Re-Commerce – An-und Verkauf von Gebrauchtwaren im Internet

Das Internet besticht seit Jahren mit den höchsten Zuwachsraten bei den Umsätzen. Diversen Untersuchungen und Prognosen zufolge werden diese auch in den nächsten Jahren weiterhin stark zunehmen. Nicht nur Bücher oder CDs werden verkauft, auch Produkte wie Unterhaltungselektronik oder Möbel erfreuen sich steigender Beliebtheit.

Re-Commerce – An-und Verkauf von Gebrauchtwaren im InternetNeben verkaufsoffenen Sonntagen ist das Internet nach wie vor der Vertriebskanal an dem man auch an Sonntagen am besten Shoppen kann. Die vielen Online-Shopping Plattformen bieten jedoch auch noch ganz andere Möglichkeiten als Geld auszugeben. Nämlich den Verkauf gebrauchter oder genutzter Kleider, Bücher, Möbel oder sonstigen Dingen von denen man sich gerne trennen möchte. Profis werden sich einen eigenen Online-Shop einrichten, aber das ist nicht zwingend notwendig. Viele große Anbieter werben mit Ankauf oder Weitervermittlung von Einzelware.

Berechnet man, dass 95% aller Unternehmen und 68% der Privatpersonen online sind und das Internet für Kommunikation und Recherche, aber auch für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen nutzen, so ergibt sich ein großes Marktpotenzial. Von den etwa 55 Millionen Bundesbürgern, die einen Internet-Zugang besitzen, kauften bereits knapp 70% Waren oder Dienstleistungen im Internet ein – Tendenz steigend. Solch ein Menge an potentiellen Kunden wird man auf einem Flohmarkt wohl schwerlich finden.

Das Stichwort um das es geht ist Re-Commerce. Der Begriff ist eine Kombination der Begriffe E-Commerce (englisch für „elektronischer Handel/Handelsverkehr“) und Re (englisch für „wieder“ oder „zurück“) und beschreibt den Handel gebrauchter Gegenstände über das Internet. Re-Commerce ist längst kein Nischenthema mehr: Nachdem E-Commerce-Schwergewichte wie Ebay oder Amazon in den Markt eingestiegen sind, kündigte auch das Hamburger Versandhaus Otto an, über Otto.de gebrauchte Elektrogeräte anzukaufen.

Schon seit einigen Jahren zahlen Online-Plattformen Geld für gebrauchte Bücher, Handys, CDs oder Notebooks. Für den Nutzer bieten diese Möglichkeit klare Vorteile gegenüber Online-Auktionen oder dem Flohmarktverkauf: Man kann seine gebrauchten Geräte einfach und unkompliziert verkaufen, ohne aufwändige Produktbeschreibungen verfassen zu müssen oder auf das Ende der Auktion zu warten.

Das ganze bekommt auch noch einen umweltfreundlichen Faktor wenn man bedenkt, dass die gebrauchten und zum Teil defekten Produkte und Geräte, wieder aufbereitet und weiterverkauft werden. Die Wiederverwertung vermindert den Bedarf an Rohstoffen und defekte oder nicht mehr gebrauchte Geräte landen nicht im Hausmüll, sondern werden entsprechend weitergegeben. Obwohl das Thema noch nicht Mainstream ist, zeigt sich anhand des Angebots, wie stark das Thema im Kommen ist. Wir möchten hier einige Re-Commerce Anbieter vorstellen und beleuchten. Ein Tipp vorab: Die Angebote der einzelnen Portale unterscheiden sich zum Teil erheblich, es wird unbedingt ein Vergleich empfohlen. Das Portal „www.werzahltmehr.de“ hilft dabei dem Verkaufsinteressenten den Überblick zu behalten. Wer einen Artikelnamen auf der Seite eingibt, sieht auf einen Blick, welches von insgesamt 27 geführten Unternehmen den besten Preis zahlen würde.

Verkaufsportale für Re-Commerce

Als Pioniere des Re-Commerce gelten die Unternehmen Momox für Bücher, Rebuy für PC-Spiele, Zonzoo für Handys und Wirkaufens für Elektronik. Alle genannten Plattformen wurden zwischen 2006 und 2009 gegründet und zeigen wie aktuell das Thema ist. Mittlerweile ist der Handel mit der Gebrauchtware so wichtig, dass auch immer mehr Großkonzerne den Anschluss an die Branche suchen. Beispielsweise arbeitet eBay seit Mitte 2011 mit dem Frankfurter Unternehmen Flip4new zusammen um Privatkunden den Verkauf gebrauchter Elektrogeräte zu erleichtern.

Nutzer sollen Handys, Computer und Spielkonsolen über den Kooperationspartner unkompliziert zu Geld machen können. Dies sei eine Alternative zum klassischen Verkauf auf dem eigenen Portal, teilte eBay kürzlich mit. Nutzer müssen auf einer eigens eingerichteten Handelsseite einige Informationen zum Zustand des Gerätes angeben und erhalten dann sofort ein Angebot. Greifen sie zu, bekommen sie nach Angaben von eBay "innerhalb einiger Werktage" das Geld überwiesen oder über den hauseigenen Bezahldienst PayPal gutgeschrieben. Die Vorteile gegenüber dem Verkauf auf Ebay liegen auf der Hand. Aufwändige Registrierungen, Gebühren, Auktions-Wartezeiten und das Kümmern um Produktbeschreibungen und Fotos fallen weg. Der Dienst wird bereits gut angenommen.

Grundsätzlich läuft der Versand der Gebrauchtartikel bei allen großen Ankäufern nach demselben Prinzip ab: Nachdem man ein Kundenkonto angelegt hat, kann man die eingegebenen Titel zu dem festgelegten Ankaufspreis in eine Verkaufsliste aufnehmen. Ist ein bestimmter Mindestumsatz erreicht, erhält man von dem Anbieter einen kostenlosen DHL-Versandschein zum Ausdrucken. Unterschiede gibt es im Preis, einige Unternehmen bieten einen Abholservice an, andere nicht nur den Ankauf sondern auch den Verkauf gebrauchter Ware. Im Gegensatz zu Privatauktionen haben Käufer dann sogar eine 12monatige Garantie, Widerrufsrecht und bezahlen auch für verschiedene Produkte nur einmal Porto. Ein genauerer Blick auf die aktuellen Rebuying-Plattformen lohnt foglich um die beste individuelle Lösung zu finden.

Die bekannteste und bisher beliebteste Form um gebrauchte Waren im Internet zu verkaufen ist natürlich eBay. Vorteilhaft sind bei eBay die etablierte Marke und die bestehende riesige Kundenbasis. Nachteilig sind relativ hohe Gebühren und das umständliche Einstellen bei vielen verschiedenen Artikeln. Andere Auk-tionsplattformen sind gegebenenfalls günstiger, wie etwa www.compendo.de oder hood.de, da sie keine oder nur geringe Gebühren veranschlagen, dafür allerdings aber eben auch noch nicht eine so große Kundenbasis haben. Zudem können sie nicht das Problem des nervenden Einstellens einzelner Artikel und ihrer Beschreibung lösen.

Amazon.de Marketplace:

Eine weitere sehr große, aber vielleicht noch nicht so bekannte Plattform um eigene Produkte loszuschlagen ist der Amazon.de Marketplace. Hier kann man eigene Angebote zu Produkten einstellen, die von Amazon.de bereits angeboten werden. Auf der entsprechenden Produktseite findet sich unter dem Amazon-Angebot ein Link „Alle Angebote“ bzw. auf der rechten Seite eine blaue Box mit „Alle Angebote“. Dort sind, wie der Name es vorgibt, alle Angebote zu diesem Produkt hinterlegt. Ist man bei Amazon.de registriert, kann man das eigene Angebote eingeben. Dazu sind entsprechende Produktangaben, ein Preis sowie Ihre Daten zur Zahlungsabwicklung notwendig. Wird der Artikel gekauft, erhält man eine Benachrichtigung per E-Mail. Dort findet sich auch die Anschrift des Käufers. Die Zahlungsabwicklung erfolgt komplett über Amazon.de. Für das Einstellen der Produkte fallen keine Gebühren an, diese werden erst bei einem erfolgreichen Verkauf fällig.

ReBuy.de

Unter www.reBuy.de findet man eine An- und Verkaufsplattform, auf der man gebrauchte DVDs, CDs, Lego, Bücher, Filme, Software und Handys kaufen und verkaufen kann. reBuy.de verzeichnet über 200.000 registrierte Nutzer und der Umsatz lag 2011 bei 30 Millionen Euro. Die Seite ist sehr übersichtlich und userfreundlich: Man kann einen Artikel eingeben, den man verkaufen möchte oder nach Produkten suchen, die zum Kauf angeboten werden.

Der Zustand von Büchern, CDs, DVDs und Spielen muss mindestens “gut” sein, im elektronischen Bereich wird jedoch auch defekte Ware angekauft. Es besteht die Möglichkeit die Geräte kostenlos an den Anbieter schicken, allerdings nur wenn der Ankaufspreis 30 Euro erreicht. Nutzer können sich aussuchen, ob das Geld für den eingeschickten Artikel auf das Konto überwiesen wird oder direkt gegen andere Gebrauchtware eingetauscht werden soll.

Momox

Das Berliner Startup momox.de erzielte 2010 einen Umsatz von 20 Millionen Euro und gehört ebenfalls zu den alten Hasen im Re-Commerce. Das Unternehmen kauft gebrauchte Bücher, CDs, DVDs, Handys und Tablet-PCs an, die anschließend im eigenen Online-Shop Medimops.de angeboten werden.

Kunden können ihre Waren kostenlos einschicken, sobald diese einen Mindestwarenwert von 10 Euro erreicht. Es besteht zudem die Möglichkeit seine Artikel kostenlos von DHL abholen zu lassen. Für defekte Geräte gibt es zwar kein Geld, es wird jedoch explizit aufgefordert, diese ebenfalls dem Paket beizulegen, damit diese umweltbewusst entsorgt werden.

Ein weiteres Zusatzangebot ist eine kostenlose iPhone-App, mit der die Nutzer den Barcode des gebrauchten Produkts scannen und so den von Momox vorgeschlagenen Preis ermitteln können.

Zonzoo

Über die Plattform www.zonzoo.de können ausschließlich Handys und Smartphones verkauft werden. Das Unternehmen nimmt auch defekte Geräte an. Die Seite ist sehr übersichtlich strukturiert und man braucht wenige Klicks um einen Preisvorschlag für sein Handy zu bekommen: Nutzer klicken lediglich “funktionsfähig” oder “nicht funktionsfähig” an, schon kommt der Preisvorschlag. Das Unternehmen setzt zudem einen Schwerpunkt auf ökologische und soziale Aspekte des Recycelns. Von jedem Ankauf spendet Zonzoo fünf Prozent an eine vom Verkäufer gewählte wohltätige Organisation.

WirKaufens

WirKaufens (www.wirkaufens.de) machte 2010 einen Umsatz von einer Million Euro und kauft aktuell monatlich 2000 Produkte an. Neben Handys sind dies Konsolen, Digicams, Mp3-Player, Navis, Tablets und Objektive.

Der Verkauf läuft ohne Registrierung. Man gibt die Produktbezeichnung ein und muss dann fünf Fragen zum Zustand des Geräts zu beantworten (wie Original-Ladekabel vorhanden oder SIM-Lock). Weiterhin gibt es eine Einschätzung des Gesamtzustands des Gerätes von null bis vier Sternen. Nun gibt das Portal einen Preisvorschlag ab, den man annehmen oder natürlich ablehnen kann. Abschließend gibt es per E-Mail einen Adressaufkleber, so dass man sein Gerät kostenfrei an den Anbieter schicken kann. Das Geld wird innerhalb von sieben Tagen auf das Konto des Verkäufers überwiesen.

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Autor: Luise Maurer Google+

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